Wechselseitige Spiegelungen: Weimar als interkultureller Lernort

20 Jahre Internationaler Weimarer Sommercampus

Weimar war 1999 Kulturstadt Europas. Ein Jahr darauf luden wir Menschen aus aller Welt zu den 1. Internationalen Weimarer Sommerkursen in die Stadt der Klassik, des Bauhauses und der Weimarer Republik. Seither haben Teilnehmende aus über 30 Ländern jeden Sommer zwei Wochen zusammen gelebt, gearbeitet, diskutiert und gefeiert. Grund genug, um zurück zu schauen auf die Erfahrungen aus 20 Jahren internationaler und interkultureller Bildungsarbeit und den Blick auf neue Ideen und Konzepte für die Zukunft zu lenken.

Wie lässt sich heute das kulturelle Erbe Weimars aus interkultureller Perspektiver zum Sprechen bringen? Wie lassen sich Ideen, literarische Zeugnisse und museale Objekte in Bildungsdiskurse verwandeln? Weimar und sein kulturelles Erbe stehen dabei exemplarisch für viele andere Orte auf der Welt, die vor der Frage stehen: Wie wird aus Literatur, Kunst und Ideen und ihrer Geschichte ein lebendiger Aneignungsprozess?

Wir arbeiten exemplarisch an Orten Weimars und der Region. Einer der Orte wird das Wielandgut Oßmannstedt sein, seit einigen Jahren Heimat des Sommercampus, ein anderer das neue Bauhausmuseum, das in diesem Jahr aus Anlass des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses eröffnet wird. Wir suchen nach neuen Zugängen zu ausgewählten Themen für das Lernen vor Ort, um modellhaft Ideen zu entwickeln, wie kulturelle Bestände für die Interessen internationaler Lernender zugänglich gemacht werden können.

Wir erschließen uns gemeinsam die Orte und ihre Themen durch Exkursionen, Recherchen, Gespräche und künstlerische Versuchsanordnungen. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden am Ende in einer eintägigen Konferenz im neuen Bauhausmuseum öffentlich zur Diskussion gestellt. Am Abend feiern wir gemeinsam mit hoffentlich vielen Gästen aus den letzten 20 Jahren ein großes Fest.